Pergamon

Pergamon (Pergamum, Bergama) ist eine antike Stadt an der Küste Kleinasiens, die während des Hellenismus unter der Attalidendynastie zu einem bedeutenden Königreich heranwuchs.

Pergamon verfügte nach Alexandria über die zweitgrößte Bibliothek der antiken Welt. Als die Ptolemäer den Export von Papyrus einstellten, teils aus Konkurrenz, teils aus Not, erfanden sie ein neues Schreibmaterial für die Codizes: das Pergament.

Im von einem Eunuchen gegründeten Pergamon, regierten die Attaliden. Zahlreiche berühmte Bauten und Kunstwerke, wie die Bibliothek und der Pergamonaltar, entstanden in dieser Herrschaftszeit (263-133 v.Chr.) Im Anschluss vermachte Attalos III. sein Reich testamentarisch an die Römer und Pergamon wurde, neben Ephesus, ein Zentrum der Provinz Asia.

Wahrscheinlich hat auch der Apostel Paulus die Stadt in ihrer Blüte erlebt, als er Ephesus nach dem Aufruhr im Theater verließ, um nach Mazedonien zu reisen. Pergamon ist weiterhin Empfängerin einer der sieben Sendschreiben der Offenbarung.

Asklepion:

Heilstadt von Pergamon, gegründet für den Gott der Heilkunde, Äsculap. Die Stätte wurde mit Thermen, Bädern, Theater und Bibliothek gebaut. Heute zählt sie zu den größten Asculap-Stätten der Welt. Hier wirkte z.B. der brühmte Arzt Galen (129-199 n.Chr. / “Viersäftelehre”)

Akropolis:

Dieser auf dem Hügel gelegene Teil ist die eigentliche Stadt Pergamon und von drei Reihen von Mauerwerken umgeben. Während der Auffahrt sieht man die äusseren Teile der Stadt wo einst Gymnasien, Märkte und Wohnsiedlungen angelegt waren. Im Zentrum der Stadt sieht man noch deutlich die Strassen, Wasserbehälter und Grundrisse der Tempelanlagen und der Bibliothek. Von grösster Wichtigkeit war der Zeus-Altar, der heute im Pergamon-Museum in Berlin zu sehen ist. Weitere Höhepunkte sind das aussergewöhnlich steil angelegte Theater sowie der Trajan-Tempel. Die Rote Basilika, einst Tempel für ägyptische Götter, wurde später renorviert und diente als Kirche, dem Heiligen Johannes gewidmet.

Das älteste helenistische Theater Anatoliens, der Athena-Tempel, die Agora, das Gymnasium, das zyklopenhafte Mauerwerk, Säulenreihen und Tempelreste verstreut über hügeliges Gelände und steile graue Felsen bilden eine effektvolle Kulisse. Die Aussicht auf das Bergama-Tal ist hier besonders schön.